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Eleonora Bliem-Scolari
Osttiroler Heimatblätter, 11.12.2003

Michael Hedwig: Die kontemplative Vereinigung von Körper und Farbe

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Für einen Kunstschaffenden existieren die verschiedensten Varianten, sich dem Prinzip seines ganz persönlichen Kunstaktes zu nähern. Von der rein intuitiven Ausdrucksformel bis zur vollkommenen Konzeptualisierung des künstlerisch zu erarbeitenden Themas spannt sich ein besonders elastischer Bogen, der jedem, dem Künstler und dem Betrachter, die freie Wahl der Entscheidung lässt. Das Gefühl der Einengung oder der Befreiung drängt förmlich beide Seiten dazu, sich mit dem Inhalt und der Analyse einer künstlerischen Arbeit auseinander zu setzen.

Die Positionierung zum Künstler

Der Betrachter möchte die Beweggründe erfahren, die den Künstler zu seiner individuellen Form leiten; und der Künstler kann dieses Ereignis des sich Öffnens und sich der Analyse preiszugeben tolerieren oder einschränken. Beide Seiten fordern zum einen geistige Bereicherung und zum anderen Positionierung. Wo positioniert sich nun der Künstler Michael Hedwig? Vorweggenommen eröffnet sich hier der Zugang zu einem rational konzeptualisierten Œuvre, wo versucht wird, die Leichtigkeit und die Schwere der menschlichen Existenz zu verdeutlichen. Michael Hedwig wurde als neuntes von zehn Kindern am 3. Februar 1957 in Lienz geboren und erlebte dementsprechend das Erwachsenwerden in einem gut funktionierenden Familienverband.
"Das Zeichnen und das Malen war schon immer in mir, aber nicht mit der Idee, es als Beruf auszuüben."1
Das Zeichnen und Malen in den Kindheitstagen war für Michael Hedwig bereits eine besondere Übung, die unter anderem mit Hilfe seiner Zeichenlehrer in der Volks- und Hauptschule einer technischen Lösbarkeit näher kam.
"An meinem 14. Geburtstag bekam ich von meinem Vater einen Ölmalkasten geschenkt, und seit dieser Zeit habe ich noch mehr gemalt."
Die folgenden Jahre in der Mittelschule bedeuteten für Hedwig nicht nur eine gesteigerte Auseinandersetzung mit dem Metier Malerei, dabei half auch Helmut Krieg als bildnerischer Erzieher dem jungen Mann einen persönlichen Meilenstein zu setzen. Außerdem kam es in dieser Phase zur berühmten Entscheidungspflicht, die den Lebensablauf immanent beeinflussen kann. Michael Hedwig war fünfzehn Jahre alt, als sein älterer Bruder bei einem Badeunfall ums Leben kam und er die Antworten auf seine adoleszent tiefgründigen Fragen im künstlerischen Ausdruck zu finden suchte. Nun, im Einvernehmen mit der Familie beschloss er, die Schulausbildung abzubrechen und aus seiner Sicht einen faszinierenderen Weg zu wählen - das Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Immerhin bedeutete dieser Schritt nicht, einer spontan entwickelten Eingebung oder einem unausgereiften Konzept nachzueifern, sondern kontinuierliches und konsequentes Vorbereiten, Arbeiten und kritisches Sortieren des Produzierten. Hedwigs ehemaliger Lehrer Helmut Krieg, der selbst bevor er in Lienz seine Unterrichtstätigkeit aufnahm, an der Universität für angewandte Kunst in Wien war, unterstützte ihn hilfreich in der Vorbereitungsphase bis zur Aufnahme an die Akademie. Im Konkreten suchte der erst 17-jährige Hedwig bereits vor seiner Studentenzeit den produktiven Kontakt mit Professoren und Assistenten und stellte sich vor dem Einreichen der Prüfungsmappe einem spannenden Diskurs.
"Anton Lehmden erkannte in meiner eingereichten Mappe, dass ich reflektieren kann und Bezüge aus vorangegangenen Kunstgesprächen trotz der Eigenständigkeit herzustellen vermag."
1974 erreichte er schließlich als einer der jüngsten Akademiestudenten die Aufnahme in die Meisterschule bei Anton Lehmden und verbrachte dort bis zur Erlangung des Diploms 1980 angeregte Jahre der Modellierung zur eigenständigen Künstlerpersönlichkeit, die sich in der sogenannten "Selbstfindungsphase" nicht verirrte und der Resignation nachgab, sondern den Reifungsprozess als Herausforderung akzeptierte.
"Die Studienzeit war geprägt von dunklen, spärlich beleuchteten Akademiegängen, Vorlesungen am anatomischen Institut bei Professor Giesl, der in seiner Jugend für Albin Egger-Lienz Farben anreiben durfte."
Die Ausbildung an der Akademie, 1979 und 1980 erhielt Hedwig den Meisterschulpreis, basierte vorwiegend auf dem freien Zugang zur Bildfindung und Motivwahl. Anton Lehmden setzte die Diskussion voran, dessen Strukturen aber wurden von dem jungen Künstler erst später reflektiert. Mit 28 Jahren erhielt Hedwig an der Akademie seine ersten Lehraufträge und ist dort seit 1995 als Universitätsassistent im Bereich der Druckgraphik verpflichtet.
"Meine Lehrtätigkeit sehe ich in der Rolle eines Vermittlers - weniger was Kunst zu sein hat, als viel mehr in der technischen Auseinandersetzung mit dem Medium Druckgraphik. Wesentlich ist auch, dass der Lehrer den Kunststudenten bestärken und unterstützen soll, er selber zu sein."
Dem Außenstehenden offeriert sich hier die interessante Laufbahn eines Künstlers, der an sich in seinem gesellschaftlich konventionellen Rahmen mehr als nur die Zeit zur Einkehr findet und in seiner Kunst mehr sieht als Bekanntes und Transportiertes. Auch der Betrachter seiner Arbeiten kann sich nicht dem kontemplativen Gedanken entziehen, der unweigerlich von Hedwig miteingebracht wird. Natürlich stellt sich auch die Frage nach der Vorbildwirkung diverser anderer Kunstschaffender aus der Vergangenheit oder auch der Gegenwart auf Michael Hedwigs Stilentwicklung, auf seine persönliche Kunstempfindung. Die "Handschrift" eines Kunstschaffenden manifestiert sich nicht nur durch den Anblick eines besonders gefälligen Werkes mit Identifikationscharakter, viel mehr bedarf es eines Kompendiums an Eindrücken, Werten und Geisteserfahrungen, das interdisziplinär zum Ziel führt - als Künstler Authentizität zu erlangen. Die alten Kulturen der Ägypter, Sumerer und des antiken Griechenlandes, Texte von Franz Kafka oder Arthur Rimbaud, in Wien Franz Ringel, der Norweger Frans Widerberg oder auch Max Ernst, die Pop Art, waren für Hedwig gerade während seiner Ausbildung markante Orientierungshilfen. Ulrich Gansert beschreibt unter anderem Hedwigs Ausdrucksformeln, denen er sich heute verpflichtet fühlt, mit dem "Transport von mittelmeerischen und europäischen Ambitionen der Wandmalerei, um damit eine Vision von gegenwärtiger Malerei zu entfalten."2
Die Beteiligung an Symposien im steirischen Stift St. Lambrecht, von Josef Fink organisierte "Klausuren" auf Schloss Poppendorf, ebenfalls in der Steiermark, und schließlich 1993 die Reise nach Sinai mit dem Besuch des Katharinenklosters und die folgenden Erfahrungen in der Wüste hinterließen bei Michael Hedwig starke Eindrücke der Selbsterfahrung. Um Nuancen angereicherte Werte der inneren Erkenntnis in Verbindung mit rationaler Erlebnisverarbeitung evozieren bei dem Künstler jene Bildmotive, die an sich als meditative Formeln verstanden werden können.
"Die Wahrnehmung des eigenen Bereichs im Verhältnis zum eigenen Selbst und der eigenen Möglichkeiten bedeutet für mich auch, meine Grenzen zu erkennen und mich vernünftig zu beschränken."

Der Körper im Resonanzraum

Hedwigs Sinnentfaltung kumuliert sich geistreich in der Darstellung des menschlichen Körpers. In seinen Arbeiten wird man keine Abbreviaturen der uns so vertrauten Formen finden, viel mehr erwarten den Betrachter Körperschemata, die in einem expressiven Duktus umrissen werden. Die menschlichen, feintarierten Proportionen verlieren zugunsten von kraftvoll ausgeprägten Körperkonstrukten an Bedeutung. Michael Hedwig begnügt sich nicht mit angedeuteten, sublimen Paraphrasierungen, die den menschlichen Körper wahrhaft in seiner gegebenen Existenz aufzuzeigen versuchen. Tatsächlich liegt die Intention des Künstlers darin, einen Bereich seiner inneren Welt, der sich aus der Summe von Erfahrungen, Denkprozessen und Zwischenmenschlichkeit ergibt, nach außen zu tragen und eigentlich auch für den Betrachter zu formulieren. Die bevorzugte motivische Auseinandersetzung mit dem Thema Körper beginnt für Michael Hedwig bereits Mitte der 80er-Jahre und erfährt bis heute als das aussagestärkste Sujet seine Abhandlung. In den früheren Arbeiten betonte Hedwig in anscheinend solitär arrangierten Handlungsszenen den reflektierten Blick auf die Gleichzeitigkeit von Geschehnissen, die für den Menschen selbst nur im Gedankenspiel erlebt werden können. "Ich betrachte die menschliche Form als Resonanzkörper, die mit allem und jedem in wechselhafter Wirkung steht. Jede Schwingung tradiert sich in einem Raummuster und hinterlässt in der bewussten Wahrnehmung ihre Spuren". Menschen, seriell oder als Einzelwesen im Dickicht der Pinselstriche dargestellt, sollen die Verbindung zwischen Realität, visionärer Gegenwart und meditativen Konzepten herstellen.3 Der Farbraum, in dem sich die Körper heute zum Teil wieder finden, manifestierte sich allmählich aus einem wachsenden Bedürfnis des Kunstschaffenden heraus, sich der Dualität seiner Bildinhalte zu stellen.

Die Farbe als Geistausdruck

Die anfänglich im dunklen Grundton gehaltenen Ölbilder akzeptierten nur zögerliche Farbreflexe. Erst am Beginn der 90er-Jahre findet bei Michael Hedwig jener Prozess statt, der ihn den bereits erwähnten Dualismus, die Interaktionsmöglichkeit zwischen Form und Farbe erkennen lässt. Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der Energiewertigkeit der Farbe und auch mit ihrer Assoziationsabhängigkeit bietet dem Künstler die Option, Einfluss auf die Aussagekraft linearer Vorlagen zu nehmen.
"Der Körper verleugnet nicht den Geist, sondern verkörpert ihn. Und die Farbe durchdringt ihn als Geistausdruck."
Damit stellt sich auch nicht mehr die Frage, warum die Farben vom Künstler ganz bewusst in "künstlichen" Tönen gehalten werden und er seine Figurenstaffagen gerade von dieser Farbigkeit umschließen lässt. Tatsächlich zeigt uns Hedwig mit dem Medium Farbe seinen ganz persönlichen Zugang zur visuell erfahrbaren Gedankenwelt. Im Jahr 2000 erhielt Michael Hedwig für das Projekt "Über Körper" den Theodor Körner-Preis. Radierungen, Lithographien und überarbeitete Druckgraphiken aus dieser Serie wurden 2002 in acht internationalen Ausstellungsstätten in der Türkei präsentiert. Im Katalog, der in diesem Zusammenhang erschien, nimmt Günther Dankl zu Hedwigs Farbaffinität Stellung. "Michael Hedwigs Arbeiten sind von Linie und Farbe im gleichen Maße geprägt. Das Individuelle und das Existentielle, das Gefühlvolle und das Emotionelle finden in seinen Bildern gleichwertigen Ausdruck."4 Die ausgesprochen subtile Vermittlung von Bildinhalten resultiert unter anderem auch aus der Vielfalt der eingesetzten technischen Umsetzungsvarianten. Neben dem Malen in Öl bzw. in Acryl, dem Aquarell bis hin zur Collage und der Zeichnung als konzeptueller Ausgangspunkt einer Arbeit, stellt die Auseinandersetzung mit der technisch hochversierten Druckgraphik eine besondere Herausforderung dar. Die Varianzbreite der Methoden und die konträre Konsistenz der Materialien eröffnet für Michael Hedwig die Möglichkeit, neben dem Hintereinander von Arbeitsschritten bzw. dem einhergehenden Materialwechsel, auch deren Gleichzeitigkeit in seinen Arbeiten zuzulassen. Bereits 1986 wurde Hedwig beim 20. Österreichischen Graphikwettbewerb mit dem ersten Preis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit der Lithographiewerkstatt Galerie Schloss Neuhaus in Salzburg entwickelt Hedwig seit 1997 in reger Kooperation mit den Lithographen Klaus Wilfert und Steffen Tschesno eine Reihe von Bildzyklen, die in ihrer anfänglichen Monochromie mit farbigen Kompositionen bereichert werden. Dazu zählen unter anderem 1997 die Serie "Körper", oder 1998 die bereits in vier Farben und vier Steinen lithographierten "Leiter-Körper". In diesem Jahr konzipierte Hedwig auch die Vorlagen für den Zyklus "Zelte", in denen er mit noch höheren Farbnuancen Präzision forciert, die sich nicht nur im künstlerischen, sondern auch im kunsttechnischen Sinn hervorhebt. Auf diesem Niveau entstehen im eigenen Atelier auch die Platten für eine Reihe von Radierungen, die in ihrer Ausführung technische Prägnanz und inhaltliche Subtilität vereinen.
"Durch die Lithographie eröffnet sich für mich ein anderer Zugang beim Malen. Sie fördert nicht nur das analytische Denken, sondern sie lässt mich auch die Farben transformierend wahrnehmen. Die Geistesübung besteht darin, Schwarz zu malen und Gelb zu denken."
In Michael Hedwigs Bildern findet man Menschen, die dicht aneinander gereiht eine Form von Zeitlichkeit vermitteln. Die Körper in ihrer Neutralität und nicht Zuordenbarkeit zeigen uns den Moment einer aktiven Abhandlung eines Geschehens, eines Gedankenganges oder einfach nur eines Zustandes, der explizit zwischen Anfang und Ende steht. Licht und Schatten, Linien und Flächen formieren sich zu einem Raumerlebnis, mit dem Ziel, die Fluktuationsprozesse des menschlichen Daseins erfahrbar zu machen. Die scheinbar männlichen Körper, die doch eher als asexuelle Wesen dominieren, bewegen sich nicht auf grazilen Ebenen, sondern betonen in beinahe archaischer Gestik Erd- und Kosmosverbundenheit. Jene Erdverbundenheit nahm der Künstler 1993 in Anlehnung an eine Fotodokumentation über den berühmten russischen Tänzer Vaclav Nijinskij (1890-1950) in eine Serie von zwölf collagierten und mit Graphit und Terpentin lavierte Bleistiftzeichnungen auf. Nijinskij suchte im Ausdruckstanz den Weg zur Ursprünglichkeit und zur besagten Erdverbundenheit, und Michael Hedwig interpretiert jene Choreographie des genialen Tänzers mit Bewegungsmotiven, in denen die Simultanität von Aktion und Reaktion als Prinzip erfahrbar wird. Zu diesem Thema folgen weitere Arbeiten in Öl, in denen das Aussagemotiv mit schemenhaften Braun-, Rot- und Ockertönungen im dazu verzögert kontrastierten Tanzakt assoziiert wird. Auch hier erscheint der bereits von Nijinskij geforderte lineare Bühnencharakter, der an sich als Antikenrezeption aufzufassen ist.

Kürzel und Wörter als Vermittler zwischen den Ebenen

Immer wieder findet man in den Arbeiten von Michael Hedwig offensichtliche "Botschaftsvermittler", wie Pfeile, Wörter, geflügelte Herzen, astrologiebezogene Symbole und ähnliches. Sind es Icons, die uns an eine vorgegebene Leserichtung unserer realitätsbezogenen Sichtweise erinnern sollen? Die plakativen Kürzel verstehen sich nicht als belehrende Denkhilfen für den Betrachter, sondern sie sind tatsächlich Ausdrucksträger einer transformierten Botschaft.
"Das Wort oder ein Kürzel hat den gleichen Wert wie Linie oder Farbe auf dem Bild und vermittelt daher genauso zwischen den Ebenen�"
Die provozierte Mehrdeutigkeit der Lesbarkeit, wie zum Beispiel bei den Bildserien "Transit", "Gärten" oder "Opfer", ermöglicht es jedem Einzelnen, sich dem Inhalt der Aussage individuell zu nähern bzw. eine Interpretationsvariante zu finden.

Die Auseinandersetzung mit religiösen Motiven

Michael Hedwigs Zugang zu existenzimmanenten Fragestellungen, die für den Künstler an und für sich omnipräsent sind, erlaubt ihm auch den uneingeschränkten Diskurs mit religiösen Themen. In der Ganzheitlichkeit des Seins erfüllt sich der Wunsch und die Sehnsucht nach Erkenntnis und Einsicht. Eine Reihe von großformatigen Madonnenbildern, die unter anderem am Beginn der 90er-Jahre in ritualisierten Malakten entstanden sind, weisen neben dem vertrauten Sujet Mutter und Kind auch interkulturell bis heidnisch zu verstehende Passagen auf. Kali und Frau Holle als negativ zu deutende Gegenpole konterkarieren das liebliche Bild und zeugen doch von deren Tradition. 1993 folgten dazu die Ausstellungen "Phänomen Maria" im steirischen Stift St. Lambrecht und "Kunstraum Kirche" in Innsbruck. Beim Kunstpreis der Diözese Innsbruck 1999 zeichnete Michael Hedwig zum Thema "Zeitenwende. Apocalypse now?" zwanzig Blätter zum meditativ erarbeiteten Apokalypsetext des Johannes. In diesem Kontext erhielt Hedwig 2002 als besonders interessante Herausforderung den Auftrag zur Ausführung des österlichen Hochaltarbildes mit einer parallel erstellten Radierungsedition für die Pfarrkirche St. Martin in Vill bei Innsbruck. Neben der sogenannten "Totengebeinsvision" des Propheten Ezechiel kumuliert Hedwig noch weitere Textbotschaften, die den Auferstehungscharakter, die Neubelebung durch Gott mit Geist und neuem Herz beinhalten, in ein etagenhaftes Gefüge aus transzendent leuchtenden Farben und Körperkonturen. Auch in religiös motivierten Kompositionen markiert eine kontemplativ sinnliche Neigung des Künstlers die Themenaufarbeitung. Michael Hedwigs internationale Ausstellungspräsenz beweist unter anderem auch die Bereitschaft der Betrachter, sich mit der kreativen Ausdrucksform des Künstlers auseinander setzen zu wollen, einerseits um mit dem Inhalt einer Arbeit konform zu gehen und andererseits, um in den Werken neue Erkenntnisse für sich selbst zu finden. Schließlich gelangt man zu der spannenden Erfahrung, dass die Arbeiten von Michael Hedwig nicht nur visuell wahrgenommen werden, bei deren Akzeptanz wird man interaktiver Teil von ihnen.

Anmerkungen:
1 Die folgenden kursiv gehaltenen Zitate stammen aus einem Briefwechsel mit Michael Hedwig im November 1999 und aus einem Interview im Mai 2003.
2 Ulrich Gansert, Überkörper - Zur Malerei von Michael Hedwig, in: Das Fenster. Tiroler Kulturzeitschrift, Heft 68, 33. Jg., Innsbruck Herbst 1999, Seite 6440.
3 Vgl. Eleonora Bliem-Scolari, Mit Körperpräferenz, in: Tiroler Tageszeitung, Nr. 45, 24. 02. 2000-L, Seite 12.
4 Vgl. Günther Dankl, Zu Michael Hedwigs Radierungen "Über Körper", in: Kat. Ausst. "Über Körper", 12 Radierungen, Katalog zum Theodor Körner Preis, Wien 2002.

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